Bereits 4350 registrierte Schutzengel
Mit großformatigen Plakaten an den Einfallstraßen und vor dem Kreishaus wirbt das Projekt Schutzengel jetzt um weitere Unterstützer. "Mach mit" fordert das Plakat schlicht auf und zeigt das Logo der Kampagne, die stilisierten Engel. nen.
Der Landrat und der Polizeichef präsentierten mit den Schutzengel- Projektgruppen- mitgliedern die Plakate, die seit Wochenbeginn an den Einfallstraßen aufgehängt worden sind (v.l.): Liene Struckmeier, Dirk Meier-Neumann, Gerhard Wolf, Hans-Ingolf Seidel, Landrat Sven-Georg Adenauer, Polizeichef Karsten Fehring, Michael Haftmann, Dirk Struckmeier, Detlef Stieg und Norbert Fischer. Foto: Focken
Sieben werden dieser Tage an den Einfallstraßen aufgestellt, um die Kampagne nach ihrem fulminanten Start weiter ins Bewusstsein möglichst vieler aus der Zielgruppe zu rücken. Apropos Zielgruppe: Projektleiter Michael Haftmann stellte aufgrund vieler Nachfragen noch einmal klar, dass jeder im Alter zwischen 16 und 24 Jahren sich als Schutzengel anmelden könne.
Also auch diejenigen, die keine Post bekommen haben. Denn Briefe gingen wegen des großen Aufwands nur an die 17- bis 21-Jährigen, auch das waren schon 25.000. Haftmann: "Wir hätten sonst 45.000 Briefe verschicken müssen, das war einfach zu viel für den Erstaufschlag." Junge Frauen und Männer, die Schutzengel werden wollen, müssen nur zwei Bedingungen erfüllen, um sich auf den Internetseite unter "Mitmachen" registrieren zu lassen: Sie müssen zwischen 16 und 24 Jahren alt sein und im Kreis Gütersloh wohnen.
Imponiert zeigte sich Landrat Sven-Georg Adenauer bei der Präsentation der Plakate von der hohen Zahl der Schutzengel, die sich bereits auf www.be-my-angel.de haben registrieren lassen: 4350. "Damit haben wir die Prognosen einiger Fachleute bereits übertroffen", so Detlef Stieg, Abteilungsleiter Straßenverkehr und einer der beiden Geschäftsführer des Schutzengelprojekts, das Polizei, Kreisverwaltung und Verkehrswacht gemeinsam angestoßen haben. Auch die Zahl der Sponsoren, die den Schutzengeln Rabatte auf Waren und Dienstleistungen einräumen, kann sich sehen lassen: Rund 120 haben sich der Kampagne angeschlossen, Namen der Firmen und die Form des Rabattes finden sich nach Orten sortiert im Internet auf den Schutzengelseiten. Dort haben die Sponsoren auch die Möglichkeit, einen Link auf ihre Firmenseite zu schalten. Zu den direkten Sponsoren gehören übrigens auch die Macher die Internseite www.be-my-angel.de.
Die "Infokom" finanziert die große neue Plakatwand vor dem Kreishaus, auf der zum Mitmachen aufgerufen wird. Für den Zweck hängt die Werbeleinwand übrigens ideal: Das Kreishaus ist beliebt bei Fahrschulen, auf dem Vorplatz enden und beginnen viele Fahrstunden und -prüfungen. Und die jungen Menschen am Lenkrad gehören allesamt der Zielgruppe an.
"Jetzt dürfen wir zuversichtlich sein, dass durch die Schutzengel auch die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgeht", äußerte Landrat Adenauer eine nicht unberechtigte Hoffnung. Die mit einem Schutzengelausweis ausgestatteten Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren verpflichten sich durch ihre Registrierung zwar zu nichts.
Sie sind aufgefordert, sich innerhalb ihres Freundeskreises dafür einzusetzen, dass niemand sich betrunken oder unter Drogeneinfluss ans Steuer setzt oder zu schnell fährt. In Soltau-Fallingbostel und Dänemark, wo bereits ähnliche Projekte gestartet worden sind, haben die Schutzengel zu einem deutlichen Rückgang der Verkehrsunfälle, der Schwerverletzten sowie Verkehrstoten beigetragen.
Diejenigen, die sich bis zum 30. Juni 2008 als Schutzengel registrieren lassen, nehmen an einer Verlosung teil. Als Hauptpreis winken zwei Gutscheine zu je 200 Euro für Flüge, die vom Flughafen Paderborn/Lippstadt zur Verfügung gestellt werden. Als weitere Preise im Wert von je 80 Euro werden vier Fahrsicherheitstrainings von der Verkehrswacht Kreis Gütersloh gesponsert. Die Verlosung und Benachrichtigung der Gewinner erfolgt bis zum 10. Juli 2008.

